Pessimismus
Es gibt viele tolle Geschichten von Helden, über Gut und Böse. Und dann gibt es wiederum die Gechichten, in denen es nur Grauzonen gibt. Aber eines haben sie alle gemeinsam – es geht um etwas großes. Um Sieg oder Niederlage, um einen inneren oder äußeren Kampf. Jeder mit einem Drang, einer Philosophie und einem Ziel.
Und dann geht es einem schlecht, und dann bekommt man schöne Bücher geschenkt, voll mit Menschen, die den Sinn des Lebens finden, die Liebe oder das Glück, auch wenn es unwahrscheinlich war; Oder Sammlungen von Aphorismen und “Weisheiten” die irgendwelchen bekannten Menschen in den Mund gelegt wurden.
Und so verfolgen diese Geschichten das gleiche Ziel, und machen Leser und Hörer froh.
Aber dann legt das Buch weg, und fragt euch: Was ist jetzt noch übrig. Wie kann ich “den Morgen, als wenn alle Dinge mit ihm zum Leben erwachten” (- André Gide) betrachten, wenn ich unter dem Dröhnen von Straßenbahnen und Presslufthammern aufwache? Und, schon klar, das Leben ist “keine Generalprobe” (- Udo Walz), sondern “ein Violinkonzert,” das man spielt “während man Geige spielen lernt” (- Samuel Butler); oder auch eine “Perlenkette von glücklichen Momenten” (- Elke Heidenreich).
Ich finde, es ist eher ein “See aus Teer”, in dem man “schön langsam seinen Körper vorwärts zieht” (- Ich). Oder wie wäre es mit einer “Fahrradtour, bei der das Rad dauernd kaputt ist, und sowieso nur der erste Gang geht” (- Ich). Klar ist das Leben zum Leben da. Aber warum machen dann ständig alle Dinge, die sie unglücklich machen? Auch wenn sie es besser wissen? Und warum gaukeln uns alle vor, dass man es so viel besser haben könnte, wenn man nur “zufrieden” wäre (- Kylie Minogue)? Im Moment möchte ich überhaupt nicht zufrieden sein. Ich möchte mich über Presslufthammer und Faulheit, über das Wetter, die Betrunkenen und die Bahnen aufregen. Und dann dem ganzen noch eine Meta-Ebene geben, und mich dann über unsere Beschwer-Kultur beschweren.
Schaut mich an: ich bin doch immer die optimistischste Person gewesen, die ich kannte. Die Idealistin. Naiv, sogar. Man, war das schön.
Oh, das klingt gut, da würd ich mich total freuen!! :-) Hui ja, ich war gestern echt extremst down. Scheiß Aphorismen.
auch gut sind solche sachen wie “lebe deinen traum” oder “wer es nicht versucht, hat schon verloren” …
« Abkühlung gefällig? Next Post
Freitagnachtmusik »
…free hug?…
ich muss dich glaub ich dringend mal besuchen kommen und feste drücken, das hilft gegen schwermut ;) hast du in zwei wochen zeit? ich hab die letzte juliwoche frei…