Kürzlich flatterte ein interessanter Werbezettel in unser Haus, von der Deutschen Post. Ich schmeiße Werbung normalerweise schnell weg – habe es jetzt seit zwei Jahren versäumt ein “Keine Werbung” Schild an den Briefkasten zu kleben – aber dieser Zettel klang irgendwie anders. Let’s have a look:

“Die Post im Internet! Der E*PostBrief kommt!” Das Sternchen ist eigentlich das Posthorn, nur dass wir uns verstehen. Daneben ein freundlicher Postbote, der mir einen hübsch verpixelten Brief entgegenhält. Notice anything? Post übers Internet? Gibt es das nicht schon? Wie C. beim Frühstück bemerkte: “Man schickt ne Mail und zahlt dafür an die Post! Klingt nach ner prima Geschäftsidee!” Das kann doch nicht deren Ernst sein, denkt man, und liest weiter.

“Verschicken und empfangen Sie in Zukunft Briefe auch bequem online.” Und die Schritte, die dahin führen, sind auch ganz leicht: einfach auf die Webseite gehen, und eine eigene Email-Adresse persönliche E-POSTBRIEF-Adresse sichern. Deren Vorteile gegenüber stinknormalen Emails finden sich auf der Rückseite:

  1. “Verbindlich! Dank persönlicher Identifizierung wissen Sie beim E-POSTBRIEF immer, mit wem Sie kommunizieren.”
    Komisch, ich dachte immer, das steht im Absenderfeld. But what do I know.
  2. “Vertraulich!” Kurz: Der BRIEF wird verschlüsselt. Wooooh.
  3. “Verlässlich! Die Qualität und Erfahrung der Deutschen Post stehen für eine verlässliche Zustellung – elektronisch und im Briefkasten.”
    Mein Vertrauen in die Qualität der DP lassen wir mal außen vor, aber hier kommen wir der Sache schon näher:

Der einzige Nutzen dieses E-POSTBRIEFes scheint der zu sein: wenn der Empfänger keinen “elektronischen Briefkasten” hat, druckt die Post den Brief aus und stellt ihn ganz normal zu. Ja, dann macht das natürlich Sinn! Für Leute, die keinen Drucker haben. Und keinen Copyshop in der Nähe. Und keine Freunde mit Druckern.

Die Post hat offenbar eine Marktlücke entdeckt: “Erledigen Sie vieles, was Sie bisher schriftlich besorgt haben, einfach im Netz. Z.B. Abschluss einer Versicherung oder eines Kaufvertrags, Korrespondenz mit Ämtern und vieles andere mehr.*” Sternchen? Achja, “Sofern keine besonderen Formerfordernisse bestehen.” Aber bestehen die nicht immer? Unterschriften und so? Und wozu gibt es eigentlich FAXEN? Ich bin eindeutig noch nicht auf der Höhe der Zeit angelangt, sonst würde ich dieses brilliante Konzept bestimmt durchschauen.

Der E-POSTBRIEF a.k.a. Email