Frühjahrssymptome
Gestern Nacht wurde die Zeit umgestellt. Normal, wie jedes Jahr. Für mich findet gerade dagegen eine kleine Lebensumstellung statt. Ich bin, bevor das nächste Semester (mein vorletztes, wie gruselig) beginnt, nochmal nach Schweden geflogen, um mich zu erholen. Eigentlich mache ich das ja oft, aber noch nie hatte ich solche Probleme, mich einzugewöhnen.
Ich habe diesmal mein Netbook mitgenommen, um an meiner Hausarbeit zu arbeiten. Hier angekommen, war ich ganz hibbelig, bis ich das Ding auf dem Schoß hatte, und versucht habe, es zum laufen zu kriegen. Mein WLAN ging nicht. Internet hätte ich ja auch am Papa-PC, aber dass mein Netbook mich im Stich lässt (und zwar so unberechenbar, eben gings, dann wieder nicht) machte mich wütender als es sollte. Als Alternative zum Internet habe ich ein paar Spiele gestartet, aber sogar eins meiner früheren Lieblingsgames konnte ich keine 5 Minuten spielen, ohne ungeduldig zu werden. Mein letzter Strohhalm war dann Solitaire, was schon ziemlich armselig ist. Ich habe festgestellt, dass es in Ubuntu 87 Versionen davon gibt. Mittlerweile verlege ich fleißig Bahnstrecken im guten alten Transport Tycoon um meine Hausarbeit weiterhin hinauszuzögern.
Ich kann kaum still sitzen. Die Appetitlosigkeit der letzten Wochen setzt sich fort. Gefrühstückt habe ich mehr aus Gewohnheit. Es hilft nicht gerade, dass meine Eltern sich die schwedische Angewohnheit zu eigen gemacht haben, zu jeder Tages- und Nachtzeit Kaffee zu trinken. Note to self: less coffee makes for calmer nerves. Wenn viel essen, dann, wie jetzt, plötzlich nachts. Irgendwas hängt da schief. *Ins Käsebrot beiß*
Den super dicken Fantasy Roman den ich gerade lese hab ich aus Platzgründen daheim gelassen. Ich habe das Buch schonmal gelesen, es ist der 2. Band in einer 11-Band Reihe, und ich weiß was passiert. Trotzdem habe ich das unterschwellige Gefühl, dass ich gerne weiter lesen will. Zuhause hatte sich das bei Band 1 schon wieder auf das „kanns nicht weglegen“ Gefühl gesteigert; und jetzt, ohne das Buch, fühl ich mich ein wenig wie ein Kettenraucher, der versucht aufzuhören, es sich dann anders überlegt und keinen Automaten findet.
Ironischerweise wird meine Ruhelosigkeit nur noch verstärkt durch die wahnsinnige Ruhe hier. Es ist so still, dass man im halben Haus das Ticken der Wohnzimmeruhr hört, dass mich übrigens total verrückt macht. Zwischendrin gongt die dann die halben Stunden so laut, dass man fast vom Sofa fällt.
Als Mama gestern laut auf das Klavier gehämmert hat, wär ich am liebsten weggelaufen, weil mich die Lautstärke so gestört hat – obwohl ich ihr sonst stundenlang zuhören kann.
Zusätzlich zu dieser Nervosität bin ich auch noch die ganze Zeit müde. Obwohl ich lange geschlafen hab, hatte ich morgens das Gefühl, wach gewesen zu sein, ich glaube ich hab auch ganz viel geträumt. Ich musste morgens ernsthaft lügen, als ich strahlend gefragt wurde, ob ich gut geschlafen hätte.
Trotz Müdigkeit sitze ich jetzt noch hier und baue weiter Eisenbahnen. Und esse Käsebrot. Und versuche, mich an das langsame Tempo hier zu gewöhnen.
Hehe, well quoted there. :o) Hab heute immerhin schonmal die Einleitung und das Titelblatt gemacht, fehlt nur noch der Schluss.
Jey, Frühstücken!! :D
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Ein Schwedischer Tag »
Oh, das kommt mir irgendwie bekannt vor. Am besten ist es vermutlich, wenn du dich einfach hinsetzt und die Hausarbeit zu einem (guten) Ende bringst. Jetzt! Sofort! Es hilft ungemein, glaub mir. – Man wird nicht hibbelig, weil man ja genau das tut, was man tun sollte. Man wird auch nicht müde, denn (und hier zitiere ich Marie von Eber-Eschenbach (wie arrogant das klingt… *kopfschüttel* …sie hat nur leider Recht)): “Müde macht uns die Arbeit, die wir liegenlassen, nicht die, die wir tun.”
Habe heute übrigens an dich denken müssen, als ich im Ikea war. Wenn du wieder da bist, fahren wir irgendwann dorthin und frühstücken!! Und machen uns danach einen schönen Tag mit allem, was wir sonst auch immer so machen. :)
Ich drück dir die Daumen für die Hausarbeit!! :)
Kussi nach Schweden