Selbsthilfe – Eine Antwort
Dieser Post ist ein Kommentar zu Sönnes “Wie viel Hilfe braucht ein Mensch?”
Liebe Sönne,
Ich kann dir da nur zustimmen – besonders, weil ich selbst sehr anfällig für solche Self-help Bücher bin. Habe z.B. “Simplify your life” gelesen, und das war auch gar nicht so schlecht, da es eben eine sehr minimalistische Message als Grundlage hatte – dementsprechend wenig “Methoden” wurden einem da aufgetischt. Gebracht hat es zwar wenig, aber irgendwie fühlt man sich “geholfen”.Ich denke, das ist ein zentrales Thema bei dieser Industrie: es geht nicht darum, dass man konkrete Tips befolgt, sondern meistens darum, dass man das Gefühl hat, es kümmert sich einer um meine Probleme. (Zwar ist das natürlich eine Illusion, aber manchmal tut das ja bekanntlich gut.) Besser wäre es natürlich, es so wie du zu machen, eben zu sich zu finden, usw – aber vielleicht braucht es da viele kleine Anstöße, und so ein Buch kann auch einer sein.
Im Grunde finde ich am bescheuertsten diese “Guides”, die einem nicht helfen wollen, sondern quasi vorschreiben, was man zu sein hat. Viele dieser Bücher werden auch nur rein als Titel verkauft: nehmen wir z.B. mal “Ein Mann, ein Buch”. Muss ja sehr erfolgreich gewesen sein, denn es gibt mittlerweile auch “Eine Frau, ein Buch”, sowie “Ein Paar, ein Buch”. Wie viele Männer haben die Urversion dieses schönen befilzten Glanzstückes zu Geburtstag/Weihnachten/Jahrestag bekommen? Viele – inklusive meinem lieben C., aber nicht von mir! Jetzt bleibt die Frage, wie viele dieser Kerle tatsächlich einen Blick hineingeworfen haben. Meine These: keiner. Denn es steht nur Blödsinn drin.
Um das zu untermauern, nenne ich hier mal eine Auswahl der Themen:
- Ruhig bleiben, wenn sie Auto fährt.
- Den Körper Enthaaren
- Bomben entschärfen
- 33 Filme für den Mann (= 33 Klischeefilme! Der Pate! Duh! *facepalm*)
- Papst werden
- Diverse Kochtipps: Pfannkuchen wenden, Eier aufschlagen
- Und mein klarer Favorit: Fussel im Bauchnabel finden.
Ich hoffe es wird klar, welches Niveau dieses Buch hat. Sicher, viele der angesprochenen Themen sind sinnvoll und nützlich, und ziemlich männlich. Aber trotzdem wird dieses Buch keiner lesen! Man blättert durch, denkt “cool, alles für den Mann eben”, und schenkt es jemandem, der es dann nebens Klo oder auf den Kaffeetisch legt.
Gut, also meine Behauptung: viele dieser Non-fiction Bücher brauchen nur einen coolen Titel, ein Klischee-Cover und ein paar tolle Blickfang-Überschriften im Index, und schon hat man damit Geld gemacht. Und vielen, vielen Leuten die Suche nach einem passenden Geburtstagsgeschenk erleichtert.
Dieses Buch soll ja gar nicht helfen, es soll einfach nur witzig sein – man muss nicht alles im Leben gleich bierernst nehmen ;-)
Okay, keine Ahnung wer das geschrieben hat – aber, hey, das weiß ich auch ;-) Ich finde aber bei allem Spaß es trotzdem schade, dass es so klischeehaft ist!
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Dankeschön. :)