Eigentlich mag ich den Herbst. Es raschelt beim Gehen, die Sonne ist nicht mehr so heiß wie im Sommer, und man darf endlich wieder lange Klamotten anziehen, ohne zu schwitzen. Trotzdem ist es noch so warm, dass man fast noch ohne extra Jacke raus kann, und drinnen noch nicht ohne Heizung friert.

Denkste.

Es raschelte nicht, es platschte heute nur. Außerdem war es so kalt, dass ich selbst mit Regenjacke mir sonstwas abgefroren habe – und sogar drinnen war es saukalt, da ja noch niemand die Heizung an hat. Hm, letzten Mittwoch war es ja plötzlich so warm, dass man im T-Shirt zerflossen ist; jetzt hat sichs der Herbst mal wieder anders überlegt und zeigt uns seine sadistische Seite.

Der Übergang vom Sommer zum Herbst passiert echt immer so schleichend, dass man es fast nicht bemerkt; zack, plötzlich ists kalt und eklig, und oben beschriebene Spätsommerzustände hat man irgendwie verschlafen. Das ist wie beim Wäsche waschen: Man fischt irgendwann vom Ständer die trockenen Klamotten, und merkt nicht, dass man ein paar Spaghettitops gerade das letzte Mal als Sommerkleidung zusammenfaltet; das nächste Mal, wenn man sie in die Hand nimmt, sind sie plötzlich Unterwäsche, ohne dass man den Übergang bemerkt hat.

Was das vielbeworbene “Zwiebel-Prinzip” angeht (d.h. man zieht sich viele dünne Lagen übereinander, um sich dann exakt den unvorhersehbaren Temparaturen anzupassen) kann ich nur sagen: bullshit. Aber total. Denn eigentlich gilt seit heute das “Extreme-Prinzip”. Drinnen werden überall, wie heute schon in allen Kaufhäusern, tropische Temparaturen herrschen, während es draußen immer kälter wird. Also brauch man für drinnen nur knappe Sommerkleidung, und darüber die dickste Polarjacke.

Ich hab mir heute trotz allem endlich mal eine “Übergangsjacke” gekauft, denn die letzten paar Übergänge hab ich immer mit Zwiebel-Look und Regenjacke überstanden. Aber irgendwann ist eben einfach Schluss mit lustig – und Regenjackezwiebellook.