Jul 18
Gepostet in Ungesagt.

Die Post ganz modern

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Kürzlich flatterte ein interessanter Werbezettel in unser Haus, von der Deutschen Post. Ich schmeiße Werbung normalerweise schnell weg – habe es jetzt seit zwei Jahren versäumt ein “Keine Werbung” Schild an den Briefkasten zu kleben – aber dieser Zettel klang irgendwie anders. Let’s have a look:

“Die Post im Internet! Der E*PostBrief kommt!” Das Sternchen ist eigentlich das Posthorn, nur dass wir uns verstehen. Daneben ein freundlicher Postbote, der mir einen hübsch verpixelten Brief entgegenhält. Notice anything? Post übers Internet? Gibt es das nicht schon? Wie C. beim Frühstück bemerkte: “Man schickt ne Mail und zahlt dafür an die Post! Klingt nach ner prima Geschäftsidee!” Das kann doch nicht deren Ernst sein, denkt man, und liest weiter.

“Verschicken und empfangen Sie in Zukunft Briefe auch bequem online.” Und die Schritte, die dahin führen, sind auch ganz leicht: einfach auf die Webseite gehen, und eine eigene Email-Adresse persönliche E-POSTBRIEF-Adresse sichern. Deren Vorteile gegenüber stinknormalen Emails finden sich auf der Rückseite:

  1. “Verbindlich! Dank persönlicher Identifizierung wissen Sie beim E-POSTBRIEF immer, mit wem Sie kommunizieren.”
    Komisch, ich dachte immer, das steht im Absenderfeld. But what do I know.
  2. “Vertraulich!” Kurz: Der BRIEF wird verschlüsselt. Wooooh.
  3. “Verlässlich! Die Qualität und Erfahrung der Deutschen Post stehen für eine verlässliche Zustellung – elektronisch und im Briefkasten.”
    Mein Vertrauen in die Qualität der DP lassen wir mal außen vor, aber hier kommen wir der Sache schon näher:

Der einzige Nutzen dieses E-POSTBRIEFes scheint der zu sein: wenn der Empfänger keinen “elektronischen Briefkasten” hat, druckt die Post den Brief aus und stellt ihn ganz normal zu. Ja, dann macht das natürlich Sinn! Für Leute, die keinen Drucker haben. Und keinen Copyshop in der Nähe. Und keine Freunde mit Druckern.

Die Post hat offenbar eine Marktlücke entdeckt: “Erledigen Sie vieles, was Sie bisher schriftlich besorgt haben, einfach im Netz. Z.B. Abschluss einer Versicherung oder eines Kaufvertrags, Korrespondenz mit Ämtern und vieles andere mehr.*” Sternchen? Achja, “Sofern keine besonderen Formerfordernisse bestehen.” Aber bestehen die nicht immer? Unterschriften und so? Und wozu gibt es eigentlich FAXEN? Ich bin eindeutig noch nicht auf der Höhe der Zeit angelangt, sonst würde ich dieses brilliante Konzept bestimmt durchschauen.

Der E-POSTBRIEF a.k.a. Email

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Jul 16
Gepostet in Musik.

Freitagnachtmusik

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Jul 15
Gepostet in Frust und Philosophie.

Pessimismus

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Es gibt viele tolle Geschichten von Helden, über Gut und Böse. Und dann gibt es wiederum die Gechichten, in denen es nur Grauzonen gibt. Aber eines haben sie alle gemeinsam – es geht um etwas großes. Um Sieg oder Niederlage, um einen inneren oder äußeren Kampf. Jeder mit einem Drang, einer Philosophie und einem Ziel.

Und dann geht es einem schlecht, und dann bekommt man schöne Bücher geschenkt, voll mit Menschen, die den Sinn des Lebens finden, die Liebe oder das Glück, auch wenn es unwahrscheinlich war; Oder Sammlungen von Aphorismen und “Weisheiten” die irgendwelchen bekannten Menschen in den Mund gelegt wurden.

Und so verfolgen diese Geschichten das gleiche Ziel, und machen Leser und Hörer froh.

Aber dann legt das Buch weg, und fragt euch: Was ist jetzt noch übrig. Wie kann ich “den Morgen, als wenn alle Dinge mit ihm zum Leben erwachten” (- André Gide) betrachten, wenn ich unter dem Dröhnen von Straßenbahnen und Presslufthammern aufwache? Und, schon klar, das Leben ist “keine Generalprobe” (- Udo Walz), sondern “ein Violinkonzert,” das man spielt “während man Geige spielen lernt” (- Samuel Butler); oder auch eine “Perlenkette von glücklichen Momenten” (- Elke Heidenreich).

Ich finde, es ist eher ein “See aus Teer”, in dem man “schön langsam seinen Körper vorwärts zieht” (- Ich). Oder wie wäre es mit einer “Fahrradtour, bei der das Rad dauernd kaputt ist, und sowieso nur der erste Gang geht” (- Ich). Klar ist das Leben zum Leben da. Aber warum machen dann ständig alle Dinge, die sie unglücklich machen? Auch wenn sie es besser wissen? Und warum gaukeln uns alle vor, dass man es so viel besser haben könnte, wenn man nur “zufrieden” wäre (- Kylie Minogue)? Im Moment möchte ich überhaupt nicht zufrieden sein. Ich möchte mich über Presslufthammer und Faulheit, über das Wetter, die Betrunkenen und die Bahnen aufregen. Und dann dem ganzen noch eine Meta-Ebene geben, und mich dann über unsere Beschwer-Kultur beschweren.

Schaut mich an: ich bin doch immer die optimistischste Person gewesen, die ich kannte. Die Idealistin. Naiv, sogar. Man, war das schön.

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Jul 10
Gepostet in Einfach gut und Philosophie.

Abkühlung gefällig?

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Leider kann ich jetzt auf die Schnelle keine gute Quelle finden, außer meinen Kulturwissenschafts-Text von letztem Semester… aber das müsst ihr mir jetzt so glauben. Angesichts der Hitze musste ich an einen wunderbaren Ausschnitt aus dem antiken Alexanderroman denken, die so super ist, dass ich sie mal paraphrasieren möchte.

Alexander der Große, nie zufrieden mit dem Erreichten, wollte nicht nur den bekannten Erdkreis beherrschen, sondern auch das Meer und die Lüfte. Um letzteres zu erreichen, folgte er einem schlichten Plan: Er ließ sich einen hölzernen Käfig bauen, in den er sich setzte. Daran wurden vier Greifen festgebunden, und um diese dazu zu bringen, den Käfig in die Lüfte zu erheben, tat Alexander das einzig logische: Er schnappte sich eine Bardike, und befestigte vorne ein saftiges Stück Fleisch. Und siehe da, als er das den Greifen hinhielt, folgten die brav, wie ein Esel der Karotte, und zogen Alexander bis hinauf in den Aether. Dort, wie wir ja wissen, ist es ziemlich heiß – Domäne des Feuers und so – was ja den Greifen zu schaffen machen könnte. Doch darauf war Alexander vorbereitet. Er hatte nämlich nasse Schwämme dabei, um seinen Tierchen die Füße (ja, die Füße!) zu kühlen. Leider geht der Text nicht weiter auf das “wie” ein, und berichtet nur, dass die Götter den guten König abstraften, und er sicher zurück zur Erde getragen wurde.

Ist das nicht wunderbar? Also sehen wir, auch in der Antike mussten sie mit Hitze klarkommen, und die Methoden haben sich kaum geändert! n_n

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